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EASY RIDER FEELING - 2000 KILOMETER DURCH VIETNAM

HEISSES ABENTEUER AUF FEUERSTÜHLEN

Wer träumte nicht davon, einmal dem Alltag zu entfliehen, die Seele baumeln zu lassen und einzutauchen in eine Welt voller Freiheit und Abenteuer?

Erstmals im letzten Jahr erlebte ich eine Action-Tour auf zwei Rädern und entdeckte Thailand als „Motorrad-Braut“. Gemeinsam mit Freunden bereiste ich das Land des Lächelns – 3000 Kilometer von Nord (Chiang Mai) nach Süd (Phuket), 2 Wochen lang und all das auf kraftvollen geländegängigen BMW Maschinen. Ich stand auf der Brücke über dem River Kwai, besuchte Refugee Camps, Tigertempel und Giraffenfrauen, und ich erlebte Todesängste auf der „Strasse der 1000 Kurven“...

Damals war ich ein 100% Neuling – auch als Beifahrer auf dem Rücksitz. Niemals zuvor wäre ich auf die Idee gekommen, mich jemals auf einen “Feuerstuhl” zu setzen, hätte ich nicht zufällig den smarten Briten James Shayler (41) kennengelernt – einen weitgereisten Lebenskünstler, Besitzer von „Ultimoto Adventures“ und höchst selbst der beste Botschafter für seine unkonventionellen Entdeckungsreisen auf 2 Rädern. “15 Jahre lang produzierte ich hochwertigen Lederwaren in England, aber irgendwann musste ich raus aus dem täglichen Trott", verrät mir James. "Ich sehnte mich nach Wärme, wollte die Welt bereisen, in die spannende Kultur eines Landes eintauchen und dabei neue Freunde gewinnen.“

Seit nunmehr 6 Jahren lebt James Shayler seinen Traum in Asien. Seine powervolle Abenteuer-Company mit Sitz in Bangkok und Phuket ist ein absoluter Geheimtipp für Motorrad-Liebhaber aus aller Welt und geeignet für Singles und Paare, für Männer und Frauen, für erfahrene Bike-Freaks oder blutige Anfänger - so wie mich!! Auch dieses Jahr lasse ich mich wieder einlullen vom “Easy Rider Feeling”, will meinen privaten Traum von Selbstverwirklichung leben, das „Unterwegs sein“ als Ziel definieren und dabei meinen ständigen Wissensdurst stillen!

Ich entscheide mich für die 2-wöchige “Grand Vietnam Tour 2010”. Vor Jahren hat mich das Musical „Miss Saigon“ derart beeindruckt, dass ich längst mehr wissen wollte über das Land am Tonkin. Gerade Vietnam gilt offenbar als Biker-Paradies. Spektakuläre Schluchten, unzählige wilde Single-Trails, gigantische Bauwerke, eine einzigartige Historie und französische Lebensart mitten in Asien…es verspricht tatsächlich ein Traum-Trip zu werden.

2000 km von Nord nach Süd
Carpe Diem – Pflücke den Tag ! Es ist Zeit für eine spannende Entdeckungsreise, die uns die nächsten 14 Tage von morgens bis abends auf den Gipfel der Gefühle treiben wird. Genau 1953 km liegen vor uns. Die sorgfältig ausgeklügelte Motorrad-Route führt uns von Hanoi - der charmanten Hauptstadt von Vietnam -, über die nördlichen Bergketten rund um Sapa, Mu Cang Chai (Mount Fansipan), Mai Chau, Vinh, Hue und dem Beach-Resort Hoi An bis in den Süden nach Ho Chi Minh City. Natürlich nicht auf kleinen asiatischen Mopeds und auch nicht auf schweren Harleys, sondern auf original russischen Ural 650 Maschinen – also echte „Off-Road“-Motorräder mit Oldtimer Status! Diese ehemaligen Militärfahrzeuge gibt’s als Ural-Solomaschine oder als „Gespann“. Als Greenhorn traue mich nach wie vor nicht selbst an den Lenker und nehme lieber im „side car“ Platz. Auf dieser Reise werde ich die Aussicht im Beiwagen geniessen - mit meinem „privaten Chauffeur“ als treibende Kraft. In diesem Falle bin ich gerne ein Anhängsel...



Hanoi – Stadt von Onkel Ho
Das „Golden Lotus Hotel“ im trendigen „Old Quater“ ist ein kleines bezauberndes Boutique Hotel mit nur 12 Zimmern.„Eine nette Truppe“, denke ich, als ich die anderen Teilnehmer treffe. In Thailand waren letztes Jahr 4 Pärchen dabei, hier in Vietnam sind es diesmal hauptsächlich Männer um die 50 mit einem gehobenen Einkommen, die sich diesen „trip of a lifetime“ gönnen. Der 1. Tag beginnt mit einer relaxten Sightseeing Tour. Leider ist es regnerisch, doch die Stadtfahrt durch Hanoi lohnt sich: viel alte Bausubstanz im französischen Kolonialstil (French Quarter), Kaffeehaus-Atmosphäre (Old Quater), viele Seen und einige Sehenswürdigkeiten wie die alte Oper von 1901, der Literaturtempel, die feudale Präsidenten Residenz und das Mausoleum von "Onkel Ho". Hier können Besucher den einbalsamierten Leichnam des ersten vietnamesischen Staatsoberhauptes sehen. Der Abend endet bei „Bobby Chinn“, einem preisgekrönten Restaurant mit arabisch angehauchten Kuschelecken, Wasserpfeifen und exzellenten Cocktails in der schicken Lounge.


Keine Reise für Chill-Biker
Von Anfang an ist klar: dies ist keine Bike-Tour für Softies. Auch geht es hier nicht um einen angeberischen geschwindigkeitsbetonten Macho-Trip. Mit der Gründung von „Ultimoto Adventures“ hat James eine kleine, aber sehr feine Lifestyle-Nische entdeckt, die eine gehobene Klientel mit Reise- und Abenteuerlust perfekt bedient. ”Ich gebe zu, ich wollte nicht gerade als Rucksack-Tourist durch die Welt gondeln", sagt er schmunzelnd. Der hochgewachsene Mann mit den silbrig-weissen Haaren sieht definitiv nicht aus wie ein typischer Asphalt-Cowboy, der seine Freude über eine bezwungene Off-Road-Tour mit Thai Whisky oder Vientmesischem Bia Hoi Bier begiesst und nachts in der spartanischen Einfachheit eines Bambushauses verschwindet. Das gilt auch für seine Kunden...

"Zu unserem Programm in Thailand und Vietnam gehört die beste Unterkunft in der jeweiligen Region, exzellentes Essen in ausgesuchten Restaurants, faszinierende Exkursionen und vor allem eine atemberaubende Strecke, die in keinem Touristen-Führer steht!”


Ultimatives „Off Road Adventure“
Mit dem Zug geht es über Nacht weiter nach Lao Cai in das Bergdorf Sapa an der Grenze zu China. Nun also beginnt für unsere Gruppe das Abenteuer, eine spektakuläre Bergkette mit unzähligen Kurven zu bezwingen. Der Mount Fansipan ist mit seinen 3143 Metern der höchte Gipfel des Landes, die Route ist stellenweise weglos und nur mit Hilfe eines ortskundigen Führers zu finden. Oh Gott…nur nicht die Fassung verlieren! Doch es ist zu spät für einen Rückzieher – ich muss da durch. Es wird schon nichts schief gehen, beruhige ich mich. Ich bin immerhin durch den Beiwagen geschützt.

Elegant legen sich die olivgrünen Solo-Maschinen vor uns in die Haarnadel-Kurven. Angst befällt mich, als die seitlich liegenden Power-Bikes fast den Boden berühren – voller Schlaglöcher und übersät mit losen Kieselsteinen. Bitte nicht wegrutschen! Mühsam winden sich die Ural-Bikes über die schmalen Pfade den Berg hinauf. Plötzlich, mitten auf den Serpentinen, knallt es gewaltig. Mein Begleiter zuckt ebenso erschrocken zusammen wie ich. Ein grosser schwarzer Vogel trifft mit voller Wucht auf seinen Helm und verschleiert sekundenlang die Sicht. Wildes Herzklopfen, als mir die drohende Unfall-Gefahr bewusst wird. Zum Glück hat er die Situation souverän im Griff und kommt kaum aus dem Rhythmus. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, was einem auf einem Motorrad passieren kann.



Auch die anderen Mitfahrer haben zu kämpfen. Grundsätzlich gilt die Regel: Niemals bremsen, immer Helm, Stiefel und Handschuhe tragen und stets einen Erste-Hilfe-Kasten dabei haben! Weiter geht‘s über den „Tran Tam Pass“ in 1900 Meter Höhe in Richtung „Tu Le Valley“. Wir überqueren Flüsse ohne Brücken, wechseln platte Reifen in gnadenloser Hitze, begegnen einheimischen Frauen mit aufgetürmten Rosshaaren, die noch nie Fremde gesehen haben.

Meditation auf 2 Rädern
Erst am 4. Tag - nach den ersten 500 Kilometern - lässt meine atemlose Anspannung nach. Es ist schon toll, über tausende von Reis-Terrassen hinweg in den Himmel zu schauen, in kristallklaren Bergseen zu baden und der untergehenden Sonne entgegen zu fahren. Stundenlang rollen wir dahin…Geist, Körper und Maschine werden eins. Motorradfahren hat tatsächlich auch meditative Elemente! Nichts stört das Idyll: kein Mobil-Telefon, keine schreienden Kinder, keine bellenden Hunde, keine nervenden Mitmenschen. Man hat Zeit, über sein Leben zu reflektieren, alte Sorgen hinter sich zu lassen, neue Energie zu tanken und sich einfach mal wieder ganz auf sich selbst zu besinnen.

Am 6. Tag liegen 290 Kilometer vor uns. Unsere Truppe folgt dem Black River, überquert mehrere Bambus-Brücken und ein riesiges Wasser-Reservoir bei Mai Chau. Tee- und Reis-Plantagen säumen unseren Weg, als wir weiterhin auf Schotterwegen „Cross-Country“ fahren. Irgendwann sind die engen Bergpässe in schwindelnden Höhen vorbei und die Abfahrt nach unten beginnt - wie bei einem Riesenslalom. Es hat wirklich eine aussergewöhnliche „Allure“, als 12 Biker auf ihren Ural Maschinen mit viel Kraft und Konzentration die Kurven hinunter wedeln. Ein Highlight ist unser Nachtquartier in einem Holzhaus auf Stelzen und das selbstgekochte Abendessen von einer einheimischen Familie. Zum Abschluss gibt‘s selbstgemachtem Reis-Wodka. Trinkfreudig und glücklich erheben wir unsere Gläser - jeder am Tisch weiss, was er während der letzten Tage geleistet hat...!

Kultur und Kriegs-Geschichte

Über den gut befestigten Ho Chi Minh Highway führt uns die Route über die bezaubernde Küstenstadt Vinh zum berühmten Phong Nha Nationalpark – seit dem Jahre 2003 ein UNESCO Weltkulturerbe. Das Park-Areal befindet sich dort, wo das Land eine schmale Brücke zwischen dem Südchinesischen Meer und Laos bildet. Phong Nha zählt zu den größten Kalkstein-Gebieten der Welt und umfasst mehrere hundert Höhlen, einschließlich langer Gänge voller Stalaktiten und Stalagmiten. Mit einem Holzboot schippern wir durch die unterirdische Zauberlandschaft, sind begeistert und gleichzeitig befremdet, denn hier fanden während des Krieges Zivilisten und Militär Zuflucht und Schutz vor dem tödlichen Bomben-Hagel.

Kulturelles Muss: die Vietkong Tunnel. Die dreistöckige „Vinh Moc Tunnelanlage“ umfasst ehemalige Wohnbereiche, Krankenhäuser, Gebärstationen, ein Theater und Kommandoräume. Die Ebenen befinden sich in Tiefen von 10, 15 und 20 m Tiefe. Vinh-Mocs unterirdische Durchgänge sind größer und höher als die der Cu-Chi Tunnel, die wir einige Tage später in der Nähe von Hoh Chi Min besichtigen. Vor allem die Chu-Chi-Schiessanlage ist interessant. Dort teste ich ein russisches Gewehr - die klassische Kalaschnikow. Keine Waffe ist weiter verbreitet und keine hat öfter getötet als die AK-47. Eine Horror-Vorstellung! Ich jedenfalls verfehle mein Ziel...



Höhepunkte im Süden: Hue, die alte Königsstadt am Parfumfluss; China Beach in Da Nang, wo 1965 die ersten amerikanischen GI’s landeten, und Hoi An – der schönste Küstenortort in Zentralvietnam. Hier kommen wir zur Ruhe, geniessen Strandatmosphäre und kühlen unsere schmerzenden Hinterteile in den Wellen.

L’Art de Vivre in Saigon
Unsere Erlebnisreise endet im feudalen „Grand Hotel“ von Ho Chi Minh. Beindruckend in dieser Stadt sind nicht nur die Überbleibsel der Kämpfe und Kriege im War Remnants Museum oder im Reunification Palace, sondern auch der Verkehr. Das ehemalige Saigon scheint auf den ersten Blick nur aus Mopeds zu bestehen, die gleichzeitig in alle Richtungen brausen. Wie Heuschrecken-Schwärme überziehen sie das Strassennetz. Sind 7 Millionen Einwohner gleichzeitig unterwegs? Abschrecken lasse ich mich allerdings nicht, denn ich habe mich auf den ersten Blick in diese schillernde Metropole verliebt, die mich mit ihren riesigen Boulevards, prächtigen Kolonialbauten, eleganten Geschäften und kleinen Strassen-Bistros so sehr an Paris erinnert. Im Café „La Nicoise“ bestelle ich genüsslich Camembert Käse, Foie Gras und Rotwein aus Bordeaux. Wer hätte das gedacht? Echte französische Lebensart mitten in Vietnam...



Denn letzten Tag nutze ich per pedes und bummle durch Chinatown, über den Calligraphy Market im District 1, und kaufe eine handgearbeitete Dose - hergestellt aus hochwertigem vietnamesischen Lack. Ein kleines Souvenir an das Land, wo ich am 14. Februar diesen Jahres das „Jahr des Tigers“ begann. Laut Chinesischem Horoskop wird 2010 ein „dynamisches Jahr voll plötzlicher Gelegenheiten, unerwarteter Ereignisse und wagemutiger Taten“ für mich. Hört sich ganz nach einem neuen „Ultimoto Adventure“ an!

Im hippen „Temple Club“ feiert unsere Biker-Truppe Abschied von unseren lokalen „Pfadfindern“ und Organisator James Shayler. Alle sind sich einig: er bietet wirklich ultimative Motorrad-Abenteuer an, die dank einer Kombination von begleiteter Erlebnisreise in entlegene Gelände, speziell ausgearbeiteten Lifestyle-Programmen und einem „all-inclusive“-Paket einzigartig sind. Ganz gleich ob in Vietnam, Thailand oder in anderen Ecken der Welt – wir sind definitiv wieder dabei, wenn es "Aufsitzen" heißt.

Sicher ist: Die Welt auf zwei Rädern zu erobern ist eine einzigartige Chance, Land und Leute mal aus einer ganz anderen Perspektive kennen zu lernen - auch als Beifahrer(in)! Für mich jedenfalls ist Motorrad-Fahren wie eine neue Liebe: risikoreich, cool, leidenschaftlich, und immer wieder eine spannende Entdeckung.

Detaillierte Reiseinformationen: www.ultimotoadventures.com


Weitere Links:

Vietnam Biketour_March2010.pdf

DMT Biketour_September2009.pdf
Video-Link zu Nathalies "Thailand Bike Tour" 2009


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